Besuch bei Karlheinz Sollfrank und seinem Taubenmuseum
November 2017, Vereinsleben
Es war wieder einmal so weit. Der schon Tradition gewordene Jahresbesuch bei meinem Freund Karlheinz Sollfrank stand an. In diesem Jahr trafen wir uns mit etwas Verspätung im November bei ihm zu Hause zu einem Kaffee, um zunächst alle Neuigkeiten und die Ereignisse der letzten Zeit Revue passieren zu lassen. Das war ein sehr interessanter Rückblick auf 23 Jahre gemeinsames Schaffen für unsere Sache, die Verbandsarbeit für die Gemeinschaft der Deutschen Rassetaubenfreunde im VDT, davon 5 Jahre, 1992 bis 1997, gemeinsam in der Vorstandschaft. In dieser Zeit wurden die erfolgreichsten Entscheidungen zur Zukunftsfähigkeit und zur Basisarbeit des VDT getroffen: die Einführung der „Deutschen Meisterschaft“ und die einer Verbandszeitschrift, „Die Rassetaube“, einer mehrmals jährlich erscheinenden Information an alle Mitglieder über den Postweg, um nur die wichtigsten zu nennen. Dass das Taubenmuseum die uneingeschränkte Unterstützung des VDT genießt, war ohnehin selbstverständlich!
Neues im Taubenmuseum
Aber was gibt es in dieser Institution Neues zu berichten? Der Gang in die Museumsräumlichkeiten offenbarte die Zugänge, beginnend mit dem Großbild von J. Relovsky, einer malerischen Darstellung mit über 70 Rassen, die sehr gekonnt den bunten Strauß unseres in Deutschland zugelassenen Rassespektrums abbildet. Natürlich ist dieses Werk 2017 exklusiv für das Taubenmuseum erstellt worden.
Von der Neuzeit ging es dann in die Geschichte. Es gelang Karlheinz, in einer Versteigerung einen ganzen Satz J. W. Ludlow-Originale von einem US-amerikanischen Sammler zu erwerben. Allen, die sich für Literatur in der Taubenszene interessieren, die Geschichte geschrieben hat, ist das „Book of Pigeons“, auch kurz als „Fulton“ bezeichnet, ein Begriff. Viele der darin enthaltenen Rassebilder befinden sich nun im Taubenmuseum in Nürnberg.
Aber das war nicht alles, Karlheinz bleibt dran, so auch beim Nachlass des holländischen Malers J. Hatzmann. Es bedurfte langer Verhandlungen, bis die Nachfahren die noch im Familienbesitz befindlichen Werke dem Museum übereigneten. Welche finanziellen Hürden dazu wie auch zum Erwerb der Ludlow-Originale zu überwinden waren, bleibt das Geheimnis von Karlheinz. Ihm gebührt ein großer Dank. Durch die Nachfolgeregelung ist der Bestand des Museums und somit auch diese Neuanschaffungen gesichert, für die Nachwelt erhalten und für Interessierte zu besichtigen.
Beim Nürnberger Taubenclub
Den Abend beschlossen wir dann bei guten Freunden, bei der Monatsversammlung des Nürnberger Taubenclubs. Lange hatten wir uns nicht mehr gesehen, umso größer war die Freude auf beiden Seiten. Die Versammlungen sind immer durch einen Referenten bereichert, dieses Mal war es der Zuchtfreund E. Hofmann, der über die Hessischen Kröpfer referierte.
In der Zuchtanlage
Am nächsten Morgen trafen wir uns in der Zuchtanlage, in der sich Karlheinz’ Tauben befinden. Hier konnte ich seinen Bestand an Fränkischen Samtschildern bestaunen. Er züchtet seit diesem Jahr nur noch diese Rasse, den Umfang sieht man auf dem Foto. Es war für mich als Preisrichter genau der richtige Moment, um mich am lebenden Tier auf die Feinheiten der Rasse einweisen zu lassen.
In der Zuchtanlage endete dann auch mein zweitägiger Besuch. „Vollgepackt“ mit Neuigkeiten und aufgefrischten Erlebnissen fuhr ich dann in Richtung Norden. Es bleibt mein großer Dank für ein spannendes Wochenende unter Freunden, für die gewährte Gastfreundschaft bei Karlheinz Sollfrank und den Freunden des Nürnberger TC.
Harald Köhnemann im Dezember 2017




















